Künstliche Intelligenz verändert die soziale Arbeit: von Dokumentation und Fallmanagement über Personalgewinnung bis hin zu Kommunikation, Planung, Entscheidungsunterstützung und sogar Spiritualität. Für Leitungskräfte in diakonischen Einrichtungen stellen sich damit nicht nur technische, sondern vor allem ethische, organisatorische und strategische Fragen.
Welchem Algorithmus folgt die Nächstenliebe?
Dieser Frage gingen in unterschiedlichsten Abwandlungen über 70 Kolleg:innen aus der Diakonie auf dem Fachtag „Der Algorithmus der Nächstenliebe – KI als Werkzeug diakonischer Arbeit“ nach – und beantworteten sie.
Den Einstieg gestaltet Prof. Dr. Roberto Simanowski mit seinem Vortrag „Sprache ohne Gesicht. Zur Krise des menschlichen Wortes in der digitalen Diakonie“. Er warf anschaulich und bildgewaltig den Blick u.a. auf KI-Empfehlungen zum richtigen Zeitpunkt für Heiratsfragen, die Schwierigkeiten, wenn demnächst alle unsere Kommunikation durch Algorithmen vermittelt ist, aber auch die Verbesserung der Empathie-Fähigkeit von Menschen durch die Zuhilfenahme von KI in der Krisenkommunikation.
In acht Workshops wurde es anschließend konkret:
- Spiritualität trifft KI – Chancen, Grenzen und konkrete Anwendungen für die spirituelle Praxis (Tim Guttenberger)
- Digitale Souveränität und Führung (Olesja Heller)
- KI im Einkaufsmanagement (Andre Eppe)
- KI in der Jugendhilfe (Karen Sophia Richebächer, Dr. Adjmal Sarwary, Tine Scheffelmeier)
- KI in der Migrationsberatung (Elisabeth Uhlig)
- Wie Pflegeorganisationen KI wirksam verankern (Lea Bergmann)
- KI und Psychosoziale Beratung (Dr. Katharina Kühne)
- KI–Einsatz bei einem Komplexträger (Markus Humpert)
Zum Abschluss befanden sich Ute Schneider-Smietana und Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch gemeinsam und mit den Teilnehmenden im Gespräch, was diese Entwicklungen für die Diakonie, vor allem aber für die Zusammenarbeit von Verbänden und Trägern bedeuten. Fragen waren u.a. die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern, aber auch die ethische Einordnung der KI-Nutzung aus christlichen Überzeugungen.
Für Bundesverband der evangelischen Stadtmissionen in Deutschland e. V. dankt der Vorsitzende Thomas Slesazeck von der Diakonie Dresden allen, die diesen wichtigen Fachtag möglich gemacht haben und ich schließe mich diesem Dank im Namen der Diakonie Deutschland und deren Zukunftswerkstatt midi an.







